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Regionale Nachrichten

Campingurlaub in NRW: Wo die Preise noch moderat sind

In Nordrhein-Westfalen steigen die Preise für Campingurlaub stark. Doch es gibt noch Orte, wo Reisende kostengünstig entspannen können.

Anna Müller26. Juni 20262 Min. Lesezeit

Es gibt wohl kaum einen Bereich, in dem die Preiserhöhungen so unbarmherzig zuschlagen wie im Tourismus. Camping in Nordrhein-Westfalen wird teurer, und die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Plätze selbst. Doch trotz dieser Entwicklung gibt es noch einige Oasen, wo Reisende nicht gleich die ganze Urlaubskasse opfern müssen.

Erstens ist die steigende Nachfrage ein treibender Faktor. Camping hat in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen, und nach den Pandemie-Einschränkungen suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, die Natur zu genießen. Das bedeutet, dass die Plätze nicht nur voller sind, sondern auch die Preise in die Höhe schnellen. In beliebten Regionen wie dem Sauerland oder am Rhein sind die Preise für Stellplätze inzwischen so hoch, dass man ernsthaft überlegen muss, ob man nicht lieber in einem Hotel übernachten sollte. Die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes sind schließlich nicht mehr kostenlos, und der Komfort für einen Stellplatz hat längst seine Grenze erreicht.

Zweitens haben die Inflation und steigende Betriebskosten für Campingplatzbetreiber zu Preisanpassungen geführt. Die Kosten für Strom, Wasser und vor allem für Lebensmittel sind in die Höhe geschossen. Während man in guten alten Zeiten noch einen Pudding im Campingshop kaufen konnte, ohne gleich einen kleinen Kredit aufzunehmen, muss man jetzt mit geübtem Auge über die Preisschilder in den Supermärkten gehen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Kaffeepreis an der Plötzensee plötzlich mehr kostet als mein Mittagessen in einem Bistrorant in der Stadt. Es ist also kaum verwunderlich, dass auch die Betreiber ihre Preise anpassen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Auf der anderen Seite gibt es noch ruhige Plätze in Nordrhein-Westfalen, die sich dem Preisdumping entziehen. Wer vom Lärm der Massen entfernt campen möchte, sollte einen Blick auf weniger frequentierte Gebiete werfen. Beispielsweise gibt es im niederländischen Grenzgebiet einige kleine Campingplätze, wo man für kleines Geld unterkommen kann. Auch innerhalb von NRW gibt es Geheimtipps, wie den Campingplatz im Naturschutzgebiet Möhnesee, wo man für vergleichsweise moderate Preise einen ungestörten Blick auf die Natur genießen kann. Dies sind Orte, die sich jedoch nicht in den beliebten Reiseführern finden und oft nur durch Mundpropaganda bekannt sind.

Man könnte nun einwenden, dass solche Geheimtipps sicherlich weniger Annehmlichkeiten bieten als die großen Plätze. Aber genau hier liegt der Reiz. Weniger Trubel bedeutet mehr Natur, mehr Platz und oft auch bessere Gespräche mit anderen Urlaubern, die die Ruhe zu schätzen wissen. Zudem sind die Betreiber der kleinen Plätze oft sehr engagiert und bieten manchmal sogar die Möglichkeit, lokale Produkte direkt vor Ort zu genießen.

Insgesamt ist es also eine Frage der Prioritäten. Wer bereit ist, ein wenig Abstriche beim Komfort oder der Ausstattung zu machen, kann in Nordrhein-Westfalen nach wie vor einen gelungenen Campingurlaub genießen, ohne gleich ein Vermögen auszugeben. Mit einer Portion Recherche und dem Gespür für die versteckten Juwelen des Campings kann diese Form des Urlaubs trotz steigender Preise noch viel Freude bereiten. Es bleibt zu hoffen, dass die Preiserhöhungen nicht dazu führen, dass die Lust auf das Campen dahinschwindet. Schließlich ist es die Einfachheit und die Rückkehr zur Natur, die den Campingurlaub so reizvoll machen.

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