Stuttgart 21: Notstromproblematik wirft neue Fragen auf
Die Eröffnung des Großprojekts Stuttgart 21 steht unter keinem guten Stern. Aktuelle Probleme mit Notstromversorgung könnten den Zeitplan gefährden. Experten äußern Bedenken.
Die Sonne scheint auf den umstrittenen Bauplatz von Stuttgart 21, wo die Bagger in der Morgensonne einen vergeblichen Versuch unternehmen, die letzten Reste der alten Gleisanlagen zu beseitigen. Im Hintergrund sind Bauarbeiter zu sehen, die unermüdlich an den Fundamenten des neuen Bahnhofs arbeiten. Doch trotz dieser heiteren Szenerie gibt es unter Experten und Anwohnern zunehmende Zweifel an der rechtzeitigen Eröffnung des Projekts. Der Grund? Ein Notstromproblem, dem man nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hat.
Die Deutsche Bahn hatte sich im Laufe der letzten Monate mit einer Vielzahl von Schwierigkeiten konfrontiert gesehen, von der Finanzierung über wachsende Bauzeiten bis hin zu geologischen Überraschungen. Nun wird jedoch die Notstromversorgung zum neuen Sorgenkind. Ein Punkt, der in der ursprünglichen Planung anscheinend nicht die gebührende Berücksichtigung fand. Das System der Notstromaggregate soll dafür sorgen, dass im Falle eines Stromausfalls der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Doch Berichten zufolge sind diese Aggregate nicht ausreichend dimensioniert, um die kritischen Funktionen des Bahnhofs zu garantieren. Eine technische Panne könnte im schlimmsten Fall den gesamten Betrieb lahmlegen.
Das immerwährende Problem der Kosten
Es ist lustig, wie aus einem vermeintlichen Fortschritt ein weiterer Knoten im Kabel der komplizierten DB-Geschichten wird. Stuttgart 21, das als zukunftsweisendes Projekt gedacht war, entpuppt sich mehr und mehr als ein Knotenpunkt für Streitigkeiten um Kosten, Zeitpläne und technische Unfähigkeit. Die, die für die Planung verantwortlich sind, werden wohl noch eine Weile damit beschäftigt sein, sich den Fragen von aufgebrachten Bürgern zu stellen. Natürlich ist die Frage nach den Kosten nicht unerheblich. Jedes zusätzliche Problem, das auf die Tagesordnung kommt, lässt die Schätzungen weiter ansteigen und die Geduld der Bürger auf die Probe stellen.
Ein Blick in die Zukunft
Sollte das Notstromproblem nicht zeitnah gelöst werden, könnte dies Nebenwirkungen haben, die weit über den Bahnbetrieb selbst hinausgehen. Die Stadt Stuttgart und die Region könnten als Schaufenster der Unfähigkeit dastehen, wo so viel Geld und Energie investiert wurde, nur um am Ende vor einem nicht funktionierenden Bahnhof zu stehen. Währenddessen bleibt unklar, ob die großen Schritte der Deutschen Bahn in die Zukunft tatsächlich die gewünschten Fortschritte bringen oder ob wir uns letztendlich in einer endlosen Debatte über Korrekturen im Zeitplan wiederfinden.
In der Zwischenzeit warten die Pendler weiterhin, ob sie jemals die Vorzüge eines modernen Bahnhofs in Stuttgart genießen können oder ob sie sich mit den alten Gegebenheiten arrangieren müssen. Ein weiteres Beispiel, dass in großen Projekten nicht nur das „Was“ zählt, sondern auch das „Wie“ und „Wann“.